Schlaf: https://www.schlaflabor-emden.de/Aktuell/index.php abgerufen am 04.05.2018

Schlaf aktuell
Was ist Schlaf?

Prinzipiell unterscheiden wir zwischen dem Schlaf ohne schnelle Augenbewegungen (Non-REM; REM= rapid eye movement) und dem Schlaf mit schnellen Augenbewegungen (REM-Schlaf oder Traumschlaf).

Zur Grafik links: Typischer Verlauf der Schlafstadien während eines Nachtschlafs (veränderte, vereinfachte Darstellung) s. Zulley/Haen (Die Physiologie des Schlafes – in: Haen/Zulley: Chronomedizin, S. 173)

Der REM-Schlaf ist charakterisiert als der Traumschlaf. Man sagt vereinfacht, dass der Traumschlaf der geistigen Erholung dient.
Der Non-REM-Schlaf wird unterteilt in Leichtschlafphasen (Stadium I und II) und Tiefschlafphasen (Stadium III und IV). Dem Tiefschlaf wird allgemein vereinfacht die körperliche Erholung zugesprochen. Ein erholsamer Schlaf erfordert demzufolge bestimmte prozentuale Anteile des REM-Schlafes und der Tiefschlafphasen III und IV am Gesamtschlaf. So sollten Tiefschlaf und Traumschlaf je einen Anteil von 20 bis 25% am Gesamtschlaf haben.

Und genau dieses physiologische Verhältnis ist bei sehr vielen Schlafstörungen verschoben, so dass eine fehlende körperliche und geistige Erholung mit entsprechender Einschränkung am Tage resultiert.

Schlaf ist eben nicht, wie es früher angenommen wurde, ein passiver Vorgang. Im Schlaf laufen aktiv geregelte Prozesse ab, die sich in wiederkehrenden Schlafzyklen (ca. 4-5 Schlafzyklen pro Nacht) repräsentieren. Diese Prozesse betreffen insbesondere das Herzkreislaufsystem, die Atmung sowie hormonelle Regulationsvorgänge. Die Erkenntnisse der modernen Schlafmedizin machen verständlich, dass Schlafstörungen einer Beeinträchtigung einzelner Funktionen oder ganzer Systeme/Regelkreise führen und dadurch für eine ganze Reihe von Krankheiten von ursächlicher oder aber zumindest beeinflussender Bedeutung sind.

Grafik unten verändert:
Exemplarische EEG-Aufzeichnungen von Wachzustand und Schlafstadien (der 1. Schlafzyklus) s. Hobson, J. Allan (Schlaf. Gehirnaktivität im Ruhezustand, S.28)

 

Der Schlaf des gesunden Erwachsenen

Der Schlafablauf eines gesunden Erwachsenden ist gekennzeichnet durch einen 90-minütigen Wechsel von verschiedenen Schlafphasen.
Nach einer Einschlafzeit (Latenz), die unter 10 Minuten liegen sollte, tritt die erste Tiefschlafphase auf, nach 70 bis 80 Minuten beobachtet man eine weitere Schlafphase, die mit Träumen verbunden ist, die erste REM-Phase (REM = rapid eye movement), weil im Schlaf die Augen schnell hin und her bewegt werden. Die Dauer der Tiefschlafphasen wird im Verlauf der Nacht kürzer; die Dauer der REM-Schlafepisoden im Verlauf der Nacht länger.
Bei einem gesunden werden etwa 4 bis 5 REM-Episoden im Verlauf einer Nacht durchlaufen. Fehlen einzelne Schlafphasen oder ist der Schlaf unterbrochen, liegt eine Schlafstörung vor.
Im höheren Lebensalter zeigen sich bestimmte Veränderungen der Schlafqualität und Schlafarchitektur. Häufig beobachtet man im höheren Lebensalter auch eine Schlaffragmentierung, die aber bei Chronifizierung bzw. bei Leidensdruck schlafmedizinisch abgeklärt werden sollte.

Dr. Schlenker, 29.Oktober 2001

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